Wenn das Leben schwer auf den Schultern lastet und psychische Probleme überhandnehmen, ist die Psychotherapie der richtige Weg. Sie richtet sich an Menschen, die an einer psychisch diagnostizierten Erkrankung leiden – etwa Depressionen, Angststörungen, Zwangsstörungen oder posttraumatischen Belastungsstörungen. Bei der Einnahme von Psychopharmaka ist eine Psychotherapie unerlässlich.
In Österreich ist klar gesetzlich geregelt, was Psychotherapie bedeutet. Laut Psychotherapiegesetz (Stand 28.11.2023) werden dabei „psychosozial oder psychosomatisch bedingte Verhaltensstörungen und Leidenszustände mit wissenschaftlich-psychotherapeutischen Methoden bewusst und geplant behandelt.“ Ziel ist es, Symptome zu lindern oder zu beseitigen, ungesunde Verhaltensweisen zu ändern und die Gesundheit der Klient*innen zu fördern.
Psychotherapie: Teil des schulmedizinischen Versorgungssystems
Psychotherapie ist in Österreich fest im medizinischen Versorgungssystem verankert – genauso wie die Arbeit von Psychologinnen und Psychiaterinnen. Viele Therapeut*innen arbeiten mit Krankenkassen zusammen und bieten Therapieplätze auf Krankenschein an. So wird sichergestellt, dass auch Menschen mit geringerem Einkommen diese wichtige Unterstützung bekommen.
Gerade weil es um psychische Krankheiten geht, wird in der Psychotherapie besonders sorgfältig gearbeitet. Es geht nicht „nur“ darum, sich besser zu fühlen oder das Leben leichter zu machen. Psychotherapie ist eine schulmedizinische Behandlung, die bei ernsthaften psychischen Störungen eingesetzt wird.
Streng geprüfte Methoden für maximale Sicherheit
Psychotherapeutische Methoden unterliegen – ähnlich wie andere Verfahren in der Schulmedizin – strengen Qualitäts- und Prüfstandards. Bevor eine Methode breit eingesetzt wird, muss sie durch umfangreiche Studien und langwierige Tests ihre Wirksamkeit und Sicherheit belegen.
Das bedeutet, dass in der Psychotherapie Methoden angewendet werden, die es schon länger gibt. Gerade weil Psychotherapie mit Menschen arbeitet, die krank sind, hat Sicherheit hier oberste Priorität.
Wann ist Psychotherapie das Richtige?
Psychotherapie ist dann sinnvoll, wenn ein Arzt oder Psychiater eine psychische Erkrankung diagnostiziert hat. Oft wird sie auch mit Medikamenten kombiniert, zum Beispiel mit Antidepressiva oder Angstlösern.
Manchmal sind Betroffene unsicher, ob sie „krank genug“ für eine Psychotherapie sind. Hier gilt: Zuerst zum Psychiater oder Psychologen gehen und abklären, ob eine psychische Diagnose vorliegt.
Psychotherapie ist keine Alternative zu Coaching oder Beratung
Vielleicht hast du schon von Coaching oder psychosozialer Beratung gehört. Diese Angebote richten sich an Menschen ohne psychische Diagnose, die ihr Leben aktiv gestalten, persönliche oder berufliche Ziele erreichen oder schwierige Lebensphasen bewältigen möchten.
Psychotherapie dagegen ist gezielt auf die Behandlung psychischer Krankheiten ausgerichtet. Sie ist eine medizinisch-therapeutische Maßnahme.
Fazit: Ein sicherer Weg zur psychischen Gesundheit
Psychotherapie eröffnet Menschen mit psychischen Erkrankungen einen klar strukturierten Weg zurück in ein stabileres Leben. Sie lindert Leiden oder hilft mit der Diagnose den Alltag zu bestreiten und so wieder aktiv am Leben teilnehmen zu können.
Falls du das Gefühl hast, mehr als nur „gestresst“ oder „überfordert“ zu sein, scheue dich nicht, dir Hilfe zu holen. Eine psychische Erkrankung ist nichts, wofür man sich schämen muss – und Psychotherapie ist eine Möglichkeit, wieder gesund zu werden.


