Das Wort „Stress“ hören wir überall – sei es beim Arztbesuch, in Gesprächen mit Freunden oder in den Medien. Schnell heißt es dann: „Reduzieren Sie Ihren Stress, dann wird das schon wieder.“ Doch wie soll das gehen? Und ist der Stress, den wir subjektiv empfinden, wirklich der, der uns krank macht?
In meinem Beitrag „Stress – die Alarmstufen des Menschen“ habe ich erklärt, was Stress eigentlich ist und was dabei in unserem Körper passiert. Heute möchte ich dir fünf einfache, aber effektive Methoden vorstellen, mit denen du mehr Entspannung und Gelassenheit in dein Leben bringst.
Warum es kein Patentrezept gegen Stress gibt
Zuerst die ehrliche Wahrheit: Es gibt kein universelles Rezept gegen Stress. Jeder Mensch ist anders, und was bei dem einen wirkt, funktioniert beim anderen vielleicht gar nicht. Deshalb gilt: Sei neugierig, probiere verschiedene Methoden aus und gib nicht auf, wenn der erste Versuch dich noch nicht überzeugt.
Erinnere dich an den bekannten Satz von Paul Watzlawick:
„Wenn du immer das tust, was du immer getan hast, wirst du auch das bekommen, was du immer bekommen hast.“
Willst du also etwas ändern, musst du auch Neues ausprobieren.
1. Meditation – einfacher als du denkst
Beim Wort „Meditation“ haben viele das Bild von buddhistischen Mönchen im Kopf, die stundenlang still sitzen. Doch Meditation ist viel mehr – und viel einfacher. Es bedeutet schlicht, dich ganz auf eine Sache zu konzentrieren.
Das kann sogar heißen, ein paar Minuten gedankenverloren ins Leere zu starren (was Kinder übrigens ständig tun). Oder vielleicht gehst du in einer Tätigkeit völlig auf, ohne an etwas anderes zu denken – beim Kochen, Malen oder Musizieren. Auch das ist Meditation.
Schon zwei Minuten täglich reichen, um dein Stresslevel zu senken. Wichtig ist nur, dass du es regelmäßig tust. So wird es eine gesunde Gewohnheit.
In der Basisposition des vegetativen Trainings® fällt mir das Meditieren am leichtesten. Im Blog-Artikel „Erholung & Regeneration statt Erschöpfung“ wird die Basisposition erklärt.
Wichtiger Hinweis: Beim Autofahren bitte weder meditieren noch ins „Narrenkasterl“ schauen!
2. Expressives Schreiben – Stress wegschreiben
Viele kennen es noch aus ihrer Jugend: das Tagebuch. Damals, als man nicht ungestört telefonieren konnte oder der Weg zur Freundin weit war, war das Aufschreiben von Gedanken oft die einzige Möglichkeit, Gefühle und Emotionen zu ordnen.
Dieses einfache Schreiben hat auch heute noch eine erstaunliche Wirkung auf unser Gehirn und kann Stress abbauen. Wichtig ist dabei, dass du mit Stift und Papier schreibst – nicht am Computer oder Handy. Denn die Handbewegung aktiviert bestimmte Bereiche in unserem Gehirn, die beim Tippen nicht angesprochen werden.
Probiere es aus: Welche Einkaufsliste merkst du dir besser – die handgeschriebene oder die digitale?
3. Musik hören – Stimmung gezielt beeinflussen
Musik hat eine einzigartige Kraft. Sie kann uns beruhigen, anregen oder sogar trösten. Nutze das bewusst:
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Brauchst du Energie für den Hausputz, wähle treibende Beats, zum Beispiel House oder Elektro.
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Möchtest du zur Ruhe kommen, höre klassische Musik, etwa Vivaldi oder Bach.
Experimentiere ein wenig. Du wirst schnell merken, wie unterschiedlich Musik auf deine Stimmung wirkt – und vielleicht entdeckst du dabei sogar ganz neue Genres.
4. Haustiere – kleine Stresslöser auf vier Pfoten
Die positive Wirkung von Tieren ist längst bekannt, ob bei Kindern oder Senioren. Ein Haustier kann wie ein zusätzliches Familienmitglied sein, das Trost spendet und Stress abbaut.
Tiere spüren sofort, wenn wir angespannt sind. Sie bringen uns dazu, uns zu kümmern, zu streicheln, zu lachen. Ich habe selbst erlebt, wie ein kleines Kätzchen einem Menschen half, Schritt für Schritt aus einer Depression zu finden – einfach durch sein Dasein.
Natürlich erfordert das eine echte Bindung: Offenheit, Zeit und die Bereitschaft, das Tier als Teil der Familie anzunehmen.
5. Psychosoziale Beratung oder Psychotherapie – wenn Stress tiefer sitzt
Meditation, Schreiben, Musik und Haustiere sind wunderbare Methoden für alltägliche Stresssituationen. Doch was ist mit dem alten, tief sitzenden Stress aus unserer Kindheit? Er zeigt sich oft in immer gleichen Mustern, die uns im Erwachsenenalter blockieren.
Hier können Methoden aus der psychosozialen Beratung oder Psychotherapie helfen. Dazu gehören z. B. der „Wholeness Process“ von Connirae Andreas, Timeline-Arbeit oder körperorientierte Verfahren wie das vegetative Training®. Sie setzen dort an, wo der Stress seinen Ursprung hat.
Dein erster Schritt zu weniger Stress
Früher oder später kommt für jeden der Punkt, an dem der Körper laut „Halt“ ruft und uns Symptome präsentiert, die stressbedingt sind. Du hast nun die Wahl: Willst du nur die Symptome bekämpfen – oder möchtest du die Ursache finden und dauerhaft verändern?
Starte noch heute. Wähle eine der Methoden und probiere sie aus – vielleicht schon gleich morgen früh für zwei Minuten. Dein Körper und dein Geist werden es dir danken.


